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Die kommenden SATÜR wollen sich dem Thema „Rhetorik und Stilistik“ widmen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass man einerseits angewandte Rhetorik
gerne mit der gelungenen, wo nicht geschliffenen Formulierung assoziiert,
andererseits aber „bloße Rhetorik“ als eine Methode versteht, mangelnden Inhalt durch eine gefällige Form zu kaschieren. Mit barocker Rhetorik gar ist eine überbordende Form gemeint, die durch Schwulst gewichtigen Inhalt vortäuscht.
Es ist auffällig, dass in der gegenwärtigen Rhetorikrenaissance die Verbindung zur Ästhetik der Rede noch kaum gesucht wurde; stattdessen steht die Wirkungsmächtigkeit der Rede, das Ethos des/r Redenden und argumentative Aspekte (Topik)
im Vordergrund. Ein Grund also und ein Anlass, bei den SATÜR 2011, einmal den Fokus der Vorträge auf das Verhältnis von Inhalt und Stil zu richten.
Dass der Stil ein rhetorikspezifischer Gegenstand ist, dürfte unbestritten sein. Während die Linguistik den Stil jedoch lediglich analysiert, beachtet die Rhetorik
auch die spezifischen Formen der Wirkung und die Methoden für deren Herstellung.
Mögliche Aspekte für Beiträge könnten dabei sein:
- Redemotiv und ästhetischer Code
- Anbiederei: Jugendsprachliche Phänomene in Radio und Fernsehen
- Wahnsinn als Methode: Wie psychiatrische Begriffe zur Bezeichnung positiver
Eigenschaften benutzt werden („Tolle Politik“, „Wahnsinnsaufschwung“)
- Überschriftstellerei: die Printmedien und ihr Ringen um Aufmerksamkeit
- Politik und Anmut: Ein poetisches Programm wider das einfallslose politische
Tagesgeschäft
- Visionäre Politik: „Yes we can“. Wie die Formulierung das Programm macht
- Infotainment: Die stilistische Oberfläche der Nachrichten
- Der richtige Ton: Politiker als Feldherren und Tröster
- Stilfragen: Wie Unternehmen kommunizieren
Dies sind nur einige Hinweise auf mögliche Themenfelder; sie mögen als Anregung dienen, weitere zu erschließen und in Salzburg zur Diskussion zu stellen.
Thomas Schirren
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